Erziehung zum Denken: Lehrtätigkeit in den letzten Jahrzehnten
Was fehlt in der Lehre am meisten?
Viele Studenten lernen Tatsachen und können sie (korrekt erlernt) wiedergeben. Aber während sie ihren Stoff wiedergeben, dann merkt man als Lehrer, dass sie gar nicht verstanden haben, was sie sagen.
Sie sprechen weltbewegende Tatsachen aus, so als würden sie die Blütenblattzahlen verschiedener Pflanzenarten aufzählen.
Es fehlt jedes sofortige Nachdenken:
Was hat diese Tatsache für Konsequenzen?
Was bedeutet das eigentlich für andere Systeme?
Sehe ich Widersprüche zu anderen erlernten Tatsachen?
Wie kann ich mehrere erlernte Fakten zu einer Theorie zusammenfassen?

V-Modul 446 "Grundlagen der Biodiversität und Evolution" (mit Exkursion nach Ungarn)
Seit dem Jahre 2006 von mir durchgeführt; ab 2025 eingestellt.
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Inhalt und Ort des Moduls
Beim V-Modul 446 "Grundlagen der Biodiversität und Evolution" handelt es sich um ein interdisziplinäres anspruchsvolles Modul, das neben der Feld-Biologie die Theorien der Evolution und der Entstehung von Biodiversität erfasst und das molekularbiologische und populationsgenetische Grundlagen sowie die Theorie des Naturschutzes einschließt. Etwa 50% der Zeit sind mit Seminaren in der dortigen Station ausgefüllt; der Rest der Zeit besteht aus Halbtags-Exkursionen. Mehrere Ganztagsexkursionen führen in die Hortobagy-Puszta und in die höheren Lagen des Bükk-Gebirges.
Ort des gesamten Moduls ist eine abseits gelegene private Station mit Seminarraum, guter Verpflegung und Haus-eigenem Campingplatz mit sauberen sanitären Anlagen. Das Gelände zeichnet sich durch eine besonders hohe Biodiversität aus (Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel). Schwerpunkte zum Arten-Kennenlernen sind Vögel und Schmetterlinge.
Weitere Details siehe:
Die Homepage des Ortes: www.farmlator.hu











Lernziele des Moduls und der Prüfung
Lernziele des Moduls und der Prüfung
Referate:
Jeder muss ein Referat halten. Ich gründe eine WhatsApp-Gruppe und schicke Ihnen im April die Unterlagen für die Referats-Themen. Jeder Referent kann diese Powerpoints zur Präsentation nach seinen eigenen Maßstäben und pädagogischen Fähigkeiten modifizieren und die Ausarbeitung am Ende über die WhatsApp-Gruppe an alle verschicken. Kürzen Sie aber nicht die einzelnen Fragen und Aussagen. Bleiben Sie auch bei der ppt-Animation, indem Sie eine nach der anderen Aussage aufrufen. Das ist viel besser verständlich, als wenn man auf einer Folie alles gleichzeitig aufruft.
Alle sollen sich mit allen Themen vorher beschäftigen (nicht erst in Ungarn, und nicht nur der jeweilige Referent !!!). Diese Referats-Inhalte müssen alle Teilnehmer auf ihrem Laptop (Tablet) während der Seminarstunden vorliegen haben, um damit dem Referenten zu folgen, Fragen zu stellen und Notizen zu machen.
[Z.Zt. sehen Sie die Themen früherer Referate (werden alle noch modifiziert) auf meiner Webseite unter „Lehre“ (evtl. Kennwort: kunz). Diese Themen sind dann der Ausgangspunkt der mündlichen Prüfung kurz nach Ende des Moduls.]
Die Referate dürfen kein Monolog sein, sondern sie sollen auf Fragen und Probleme hinweisen, die dann während der Vorträge von allen diskutiert werden. Viele meinen, sie hätten etwas verstanden; sie haben es aber nicht verstanden. Es geht darum zu lernen, dass man Probleme und Unstimmigkeiten hinter den Fakten erkennen muss, und lernen muss, Fragen zu stellen. Es muss Streitgespräche geben.
Ich hoffe, Sie alle zum Denken (und nicht zum Lernen) zu erziehen.
Lernen Sie die Meiose nicht, indem Sie den Ablauf der Meiose und die aufeinander folgenden Stadien aufzählen; das ist unwichtig (!). Überlegen Sie stattdessen, warum sich die Meiose durch die Selektion überhaupt durchgesetzt hat. Warum gibt es überhaupt eine Meiose? Was wäre die evolutionäre und populationsgenetische Konsequenz, wenn es überhaupt keine Meiose gäbe? Warum sind wir diploid?
Was sind eigentlich Sporen im Gegensatz zu Samen und Pollen?
Überlegen Sie, wie sich Mutationen durchsetzen und verbreiten könnten, wenn es überhaupt keine Sexualität gäbe. Am schönsten ist es, wenn Sie selber merken: „Das muss doch so sein; anders könnte es ja gar nicht funktionieren“, ohne dass Sie das nur einfach so sagen können, weil Sie das gelernt haben, sondern weil Sie das selber allein durch Denken gefunden haben.
Lernen Sie nicht allein, sondern diskutieren Sie miteinander. Versuchen Sie immer, einem Mitmenschen etwas zu erklären. Erst dann merken Sie, ob Sie etwas verstanden haben oder nicht.
Wenn Sie in Ungarn schon alles verstanden haben (und mich ausgefragt haben), dann brauchen Sie eigentlich überhaupt nichts mehr für die mündliche Prüfung (kurz nach Ende des Moduls in Düsseldorf) zu lernen.
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Einige Teilnehmer können sich freiwillig melden, um Arten-Listen (mit Fotos) zu führen:
(1) Vögel
(2) Schmetterlinge
(3) andere Arthropoden, z.B. andere Insekten (Käfer), Spinnen
(4) Reptilien + Amphibien
(5) Pflanzen
Was Sie mitnehmen müssen
Was Sie mitnehmen müssen:
Kleidung:
Wir sind die ganze Zeit unter uns; also keine Klamotten für die feine Gesellschaft mitnehmen. Keine schweren Schuhe, die Wege sind zwar manchmal feucht, aber Turnschuhe trocknen wieder; keine Stiefel. Es kann tags sehr heiß werden (man kann barfuß rumlaufen), aber nachts (manchmal) ziemlich kalt. Zur Not gibt es Decken.
Zelt und Schlafsack selber mitbringen. Sonnenschutz (Hut + Creme), Autan; Wecker.
Personalausweis, der über die Zeit hinaus einige Monate gültig ist.
Geld tauschen (vielleicht auch erst bei der Ankunft am Flughafen); Sie brauchen nicht viel: Mittags-Snacks und Getränke und etwa 3x mittags für die Kneipe für Unterwegs-Einkehr.
Wer schon einige Tage vorher (nicht nachher!!!) in Budapest ist (was früher viele gemacht haben), der sollte Vorräte einkaufen; denn wir sind die ersten 3 Tage ohne Einkaufsmöglichkeit.
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Der halbe Tag ist Exkursion, die andere Hälfte sind Seminar-Diskussionen. 10 – 11 Tage sind für ein V-Modul sehr knapp, so dass wir intensiv arbeiten müssen, z.T. auch abends nach dem Essen. Meist gibt es eine große Mittagspause zwischen Geländegang und Seminarstunden.
Jeder braucht ein Notebook oder ein Tablet mit pptx und pdf-Wiedergabe (Smartphone reicht nicht). Wir machen die Seminarstunden im Freien unter Dach zwischen Zeltplatz und Gebäude. Jeder hat dabei (hochgeladen schon in Deutschland; Internet ist vor Ort schlecht) alle ausgearbeiteten Referate (also nicht nur das eigenes Thema) mit Bildern (docx, pdf oder pptx) auf seinem "Gerät". Die Diskussionen ziehen sich auch über das Abendessen. Umso mehr können wir den Bus nutzen und zu neuen Orten kommen.
Nicht nur während der Seminare, sondern auch im Gelände müssen Sie immer einiges festhalten (mitschreiben), am leichtesten am Smartphone:
Android-App "Notizen" oder „Diktiergerät“ oder mit der App „Sprachnotizen in Text umwandeln“.
Auf den Landgängen sollen Sie selbst die Vögel und Insekten finden (nicht ich) und protokollieren. Also keine Quatschgruppen während der Spaziergänge (!!!). Ich demonstriere dann in Gefäßen die von Ihnen gesammelten Tiere, und Sie machen im Gelände Notizen und Fotos am Smartphone.
Diverse Bestimmungs-Apps sind auf Ihrem Smartphone erforderlich, z.B.:
(1) Flora Incognita im App Store - Apple
oder: Flora Incognita - Apps on Google Play
oder: Flora Incognita - automatische Pflanzenbestimmung - Android ...
(2) ObsIdentify - Apps - Observation.org
oder: ObsIdentify - Apps on Google Play
oder: ObsIdentify im App Store - Apple
(3) Google Lens - Apps on Google Play
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Ein (nicht unbedingt teurer) Feldstecher ist auf allen Landgängen zwingend erforderlich.
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Teilen Sie mir mit, ob jemand in Ungarn „food restrictions“ hat: Lactose, Gluten etc., aber auch vegetarisch/ vegan.
Es folgen hier die Themen aus dem Jahr 2022 und die Prüfungsfragen aus noch früheren Jahren.
Inhalt des Moduls und der Prüfung im SS 2024: Diese vorgegebenen Inhalte müssen alle Teilnehmer auf ihrem Laptop (Tablet) während der Seminarstunden vorliegen haben, um damit dem Referenten zu folgen, Fragen zu stellen und Notizen zu machen.
Fragenkatalog für die mdl. Prüfung: