Artenschutz gegen Naturschutz
Um die heutige Vegetation in Deutschland zu verstehen, muss man die geschichtliche Entwicklung der früheren Landschaft überschauen. Die Wälder Mitteleuropas wurden schon in der Jungsteinzeit vom Menschen gestaltet. Die Bewaldung Mitteleuropas wurde in früheren Jahrtausenden von der menschlichen Siedlungskultur gestaltet. Dier Landschaft war auf weiten Flächen keine abgeschiedene Natur. An diese frühere Kulturlandschaft haben sich viele Pflanzen und Tiere angepasst, die heute bei uns leben. Das Problem des Natur- und Artenschutzes ist, dass die frühere Kulturlandschaft in Mitteleuropa fast überall unwiederbringlich verloren ist. Das ist eines der Hauptprobleme des Naturschutzes. Der Gedanke wäre völlig utopisch, die jahrtausendealte Entwicklung der mitteleuropäischen Landschaften und ihrer Vegetation rückgängig zu machen und den alten Zustand wiederherstellen zu wollen.
Früher sah die Landschaft in Deutschland völlig anders aus, weil sie genutzt wurde:
In früheren Jahrhunderten wurden große unbewachsene Flächen durch „Plaggenhieb“ geschaffen. Diese Flächen erwärmten sich stark in der Sonne und wurden dadurch zum Lebensraum vieler Insekten und Insekten-fressender Vogelarten. Plaggenstecher im Zwillbrocker Venn bei Vreden, Mai 1936 (Foto: LWL-Museum für Naturkunde Münster)
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Naturschutz ist nicht Artenschutz:
Alle Vorträge zum Artenschutz, die hier verlinkt zum Anschauen angeboten werden, bringen zum Ausdruck, dass wir den heutigen drastischen Artenschwund nicht durch Naturschutz beheben können. Wir haben in Deutschland seit Jahrhunderten bis Jahrtausenden fast keine Natur mehr, und daher können wir das Verschwinden so vieler Arten auch nicht durch Naturschutz entscheidend reduzieren.
Die Landschaft in Deutschland ist menschengemacht, und auch viele Tierarten leben hier in menschengemachten Habitaten. Deutschland ist ein Land der Offenland-Arten als Erbe des Pleistozäns. Die heutige starke Bewaldung und das Zuwachsen der Landschaft durch mangelnde Nutzung und Stickstoff-Eutrophierung nehmen vielen gefährdeten Tierarten die letzten Lebensräume weg.
Es wird uns nichts anderes übrigbleiben, als durch land- und forstwirtschaftliches Management die Biotope zu erhalten oder zu schaffen, die die gefährdeten Arten brauchen. Die gefällige Ideologie, die sich hinter der Auffassung „Natur Natur sein lassen“ verbirgt, wird den weiter fortschreitenden Artenschwund nicht mildern:
Kunz, W. (2017): Artenschutz durch Habitatmanagement - Der Mythos von der unberührten Natur. Weinheim: Wiley-VCH.
Wichtige Weichenstellungen für einen derartigen Artenschutz zeigen uns in heutiger Zeit die „Artenparadiese“ auf Militärgeländen, Rohstoffabbauflächen (Kies, Quarz, Braunkohle) und auf vielen Industriebrachen (obwohl gerade diese Gebiete von der Mehrheit der Bevölkerung als „grässliche Mondlandschaften“ abgelehnt werden). Das zeigt, dass ein Hauptproblem des Artenschutzes darin liegt, dass die Bevölkerung etwas anderes will. Eine Landschaftsgestaltung durch Kettenbagger und Panzer als „Pflege-Geräte“ zum Artenschutz bringt für den Artenschutz mehr als Betretverbote und Wegegebote.
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YouTubes:
August 2025: Mehr Wald ist schlechter Artenschutz: Prof. Kunz im Gespräch mit Ruben Wickenhäuser (auf YouTube)
April 2025: "ORION" - Stiftung Naturschutz Berlin (SNB): Naturschutz an falscher Stelle – wo verschwinden unsere Arten? (auf YouTube)
September 2024: 4-teilige Video-Serie von Werner Kunz zum Konflikt zwischen Naturschutz und Artenschutz: Was läuft falsch im gegenwärtigen Naturschutz in Deutschland? Auf YouTube: Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
August 2023: Interview bei "Bauer Willi" in Rommerskirchen am 17.08.2023: Der Artenschutz in Deutschland braucht keine Wildnis, keine unberührte Natur und meistens keinen Wald (auf YouTube)
Januar 2023: Vortrag auf der Dialogveranstaltung „Der Wald im Spannungsfeld von Biodiversitäts-, Klima- und Energiekrise“. Diese Dialogveranstaltung wurde vom Umweltdachverband in Kooperation mit dem Österreichischen Walddialog durchgeführt und fand im Rahmen des Waldfonds-Projektes „Forstwirtschaft und Waldbiodiversität im Zusammenhang mit dem Green Deal“ statt. Das Projekt ist eine Initiative des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft Österreich (27.01.2023): Artenschutz durch Habitatmanagement – der Mythos von der unberührten Natur (auf YouTube)
Mai 2022: Vortrag auf der Feier "10 Jahre Norddeutsche Landschaftspflegeschule" in 27619 Schiffdorf-Geestenseth (20.05.2022): Der Artenschutz in Deutschland braucht keine Flächenstilllegung, sondern eine aktive Landschaftsgestaltung (auf YouTube)
November 2019: Vortrag am 32. Westdeutschen Entomologentag in Düsseldorf (23.11.2019): Vom begrenzten Nutzen der Natura 2000/FFH-Lebensraumtypen für gefährdete Tagfalterarten (und einige Vogelarten) (auf YouTube)
März 2019: Vortrag auf der Jahresversammlung des "Landesverbands Hessischer Imker" in Bad Schwalbach (24.03.2019): Eine Aufgabe für Landwirte - Insekten brauchen gepflegte Habitate - Naturschutz allein genügt nicht (auf YouTube)
November 2017: Vortrag auf dem Expertenforum der "Deutschen Wildtierstiftung" (10.11.2017): Ist Deutschland zu grün? – Die Bedeutung von Industriebrachen und Rohstoffabbauflächen für den Artenschutz (auf YouTube)
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Öffentliche Vorträge als Powerpoints und/oder pdf`s, zurückgehend bis 2016:
Vortrag am Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Naturwaldforschung Landesforst Mecklenburg-Vorpommern (Arbeitstitel „Aspekte der Biodiversität heimischer Wälder“) in Dobbertin/ Landkreis Ludwigslust-Parchim am 23. April 2025: pdf: Deutschland wächst zu – Sichern geschlossene Natur- und Wirtschaftswälder tatsächlich das Überleben unserer gefährdeten Fauna?
Vortrag bei der Stiftung Naturschutz Berlin (SNB) im Rahmen der monatlichen entomologischen Vorträge des Entomologischen Vereins ORION Berlin am 08.04.2025: pdf: Naturschutz an falscher Stelle – wo verschwinden unsere Arten – Berlin 2025
Vortrag am 5. Internationalen Treffen für Zooforschung, Naturschutz und Biodiversität am 3.04.2025 im Serengeti-Park Hodenhagen/Niedersachsen: Powerpoint: Reintroduction of species that have become extinct due to habitat destruction in Central Europe
Vortrag an der Universität Wuppertal am 22.10.24.: Powerpoint: Was läuft schief im gegenwärtigen Naturschutz?
Vortrag vor der Bundeskammer der Zivil-Techniker/ Tagung der Bundesfachgruppe „Natürliche Ressourcen“ am 11.01.2024 im Hotel Stefanie in Wien:
Powerpoint: Offenhalten der Kulturlandschaft ist Biodiversitätsförderung - Artenschutz durch Habitatmanagement - Der Mythos von der unberührten Natur
pdf: Offenhalten der Kulturlandschaft ist Biodiversitätsförderung - Artenschutz durch Habitatmanagement - Der Mythos von der unberührten Natur
Vortrag vor dem Freundeskreis des Botanischen Gartens der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (14.03.2023):
pdf: Warum wir gerade heute so viele Arten in Deutschland verlieren
Vortrag auf der Dialogveranstaltung „Der Wald im Spannungsfeld von Biodiversitäts-, Klima- und Energiekrise“. Diese Dialogveranstaltung wurde vom Umweltdachverband in Kooperation mit dem Österreichischen Walddialog durchgeführt und fand im Rahmen des Waldfonds-Projektes „Forstwirtschaft und Waldbiodiversität im Zusammenhang mit dem Green Deal“ statt. Das Projekt ist eine Initiative des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft Österreich (27.01.2023):
Powerpoint: Artenschutz durch Habitatmanagement – der Mythos von der unberührten Natur
pdf: Artenschutz durch Habitatmanagement – der Mythos von der unberührten Natur
Vortrag auf der 30. Internationalen Naturschutztagung "Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa" im Hotel BEST WESTERN in 07745 Jena (05.11.2022):
Powerpoint: Warum wir so viele Insekten verlieren
pdf: Warum wir so viele Insekten verlieren
Vortrag auf der Jubiläumstagung "150+2 Jahre Naturwissenschaftlicher Verein Osnabrück e.V." im Museum am Schölerberg in 49082 Osnabrück (17.06.2022):
Powerpoint: Schmetterlinge im Altkreis Bersenbrück vor 60 Jahren: Warum sind sie heute nicht mehr da
Vortrag auf der Feier "10 Jahre Norddeutsche Landschaftspflegeschule" in 27619 Schiffdorf-Geestenseth (20.05.2022):
Powerpoint: Der Artenschutz in Deutschland braucht keine Flächenstilllegung, sondern eine aktive Landschaftsgestaltung
Vortrag auf der 29. Fachtagung "Artenschutz in Mitteleuropa" in Schnett/ Thüringen (30.10.2021):
Powerpoint: Naturwald ist ein Wunschbild des Menschen, keine Lösung zur Bekämpfung des Artenverlustes
Vortrag auf der Eröffnungsveranstaltung der Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen 2020 in Baunatal (13.01.2020):
Powerpoint: Durch gezieltes Habitat-Management die Artenvielfalt im Offenland mit der Landwirtschaft verbessern
pdf: Durch gezieltes Habitat-Management die Artenvielfalt im Offenland mit der Landwirtschaft verbessern
Vortrag am 32. Westdeutschen Entomologentag in Düsseldorf (23.11.2019):
Vom begrenzten Nutzen der Natura 2000/FFH-Lebensraumtypen für gefährdete Tagfalterarten (und einige Vogelarten) als Powerpoint
Vom begrenzten Nutzen der Natura 2000/FFH-Lebensraumtypen für gefährdete Tagfalterarten (und einige Vogelarten) als pdf
Vortrag auf der 28. Fachtagung "Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa" in Bad Blankenburg/ Thüringen (20.10.2019):
Vom begrenzten Nutzen der Natura 2000/ FFH-Lebensraumtypen für gefährdete Vogel- und Schmetterlingsarten
Vortrag auf der Veranstaltung "Biodiversität in Rekultivierungslandschaften" im Schloß Paffendorf/ Bergheim (25.06.2019):
Die Bedeutung von Industriebrachen und Rohstoffabbauflächen für den Artenschutz
Vortrag auf der Jahresversammlung des "Landesverbands Hessischer Imker" in Bad Schwalbach (24.03.2019):
Eine Aufgabe für Landwirte - Insekten brauchen gepflegte Habitate - Naturschutz allein genügt nicht
Vortrag vor dem "Frankfurter Landwirtschaftlichen Verein" in Frankfurt-Niederursel (12.12.2018):
Jeder Gemeinde ihr Biotop - Errichtung von Biotopen neben den Agrarflächen
Vortrag auf der 27. Fachtagung "Artenschutz in Mitteleuropa" in Bad Blankenburg/ Thüringen (27.10.2018):
Bio-Wirtschaft und Naturschutzgebiete reichen nicht - Artenschutz durch Anlage von Sonderflächen
Vortrag auf der Landesdelegiertenversammlung des NABU in Lebach/Saarland (20.10.2018):
Artenschwund in Deutschland trotz Naturschutz- und FFH-Gebieten
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Publikationen zum Artenschutz:
Artikel in Zeitschriften:
Kunz,W. (2008). Wollen wir "Naturnähe"? Naturspiegel 2, 25.
Kunz, W. (2020): Jeder Gemeinde ihr Biotop. In: Der Umstädter März-Mai, S. 32–34.
Bücher:
Kunz, W. (2016). Species Conservation in Managed Habitats - The Myth of a Pristine Nature, 273 Seiten. (Weinheim: Wiley-VCH).
Kunz, W. (2016). Artenschutz durch Habitatmanagement - Der Mythos von der unberührten Natur, 313 Seiten. (Weinheim: Wiley-VCH).
aus dem Inhalt:
Inhaltsverzeichnis
Reichholf Prolog
Vorwort
Einführung


